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Der Geist der Liebe
Der Abend schleiert Flur und Hain
In traulichholde Dämm'rung ein;
Hell flimmt, wo gold'ne Wölkchen zieh'n,
Der Stern der Liebeskönigin.
Die Wogenflut hallt Schlummerklang,
Die Bäume lispeln Abendsang;
Der Wiese Gras umgaukelt lind
Mit Sylphenkuss der Frühlingswind.
Der Geist der Liebe wirkt und webt,
Wo nur ein Puls der Schöpfung bebt;
Im Strom, wo Wog' in Woge fließt,
Im Hain, wo Blatt an Blatt sich schließt.
O Geist der Liebe! führe du
Dem Jüngling die Erkor'ne zu!
Ein süßer Blick der Trauten hellt
Mit Himmelsglanz die Erdenwelt!
Friedrich von Matthisson 1761 - 1831
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